Das Gesicht zum Friedenslicht

In Oberösterreich kommt seine Stimme morgens aus dem Radio. Der Welt schenkt ORF-Moderator Günther Madlberger seit Jahren das Friedenslicht. Nun verrät er, warum dieses Zeichen gerade heuer besonders wichtig ist und wie er seinen Glauben persönlich lebt.

GÜNTHER MADLBERGER

wurde 1979 in Hallstatt geboren und lebt mit seiner Familie in Bad Ischl. Er studierte Geschichte und Kulturmanagement in Graz. Im Radio moderiert er „Guten Morgen Oberösterreich“ sowie den „Radio OÖ Schlagercocktail“. Die Idee zum „ORF-Friedenslicht aus Bethlehem“ wurde 1986 im Landesstudio Linz geboren. Seit 2008 betreut Madlberger die Aktion und gestaltet die Radio- und TV-Beiträge dazu. Aufgrund der aktuellen Lage entfiel heuer seine Reise nach Bethlehem. Das Friedenslicht gelangte über Jordanien dennoch nach Österreich und von dort in viele Teile der Welt. Am 24. Dezember kann es auf allen besetzten Bahnhöfen, in Rotkreuz-Dienststellen, vielen Feuerwehren und Kirchen abgeholt werden.

Die Geburtsgrotte fühlt sich an wie eine ‚Herzkammer’ unseres Glaubens. Es ist jedes Mal wie ein Heimkommen, es ist so was wie ein Sehnsuchtsort.
Trotz aller Hektik bei den Dreharbeiten nehme ich mir diesen einen Moment, an dem ich alle mitgebrachten Anliegen gedanklich dort ablege.“

„Die Botschaft der Geburt Jesu und dieses einfache Zeichen für die Sehnsucht nach einem friedlichen Zusammenleben verdienen es, gerade in schweren Zeiten hinaus in die Welt getragen zu werden. Das Friedenslicht stand nie in Zusammenhang mit der aktuellen Situation im Heiligen Land und Jesus ist nun mal in Bethlehem geboren und nicht in Rom oder Mariazell oder anderswo und kann als Erinnerung an das Weihnachtsgeschehen daher nur von dort kommen.“

„Unvergessen bleiben die Begegnungen mit Benedikt XVI., als er bereits emeritiert war. Er kannte Oberösterreich gut von mehreren Aufenthalten und hat sich sehr über oberösterreichisches Bier, ein Latschenbäumchen für die vatikanischen Gärten und einen von den Ministrantinnen meiner Pfarre gestalteten Sonnenschirm gefreut.“

„Beide Päpste hatten die Gabe, in diesem Moment der Begegnung einem voll und ganz ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Mit unglaublicher Warmherzigkeit und großem Interesse, vor allem über die weltweite Dimension des ORF-Friedenslichtes, aber auch wie es den Pfarren so geht.“

„Ich bete in allen möglichen Situationen! Es spricht ja nichts dagegen, sich etwa während einer Autofahrt mit Gott zu unterhalten, oder? In unserer Familie halten wir auch das Tischgebet hoch, das leider nahezu in Vergessenheit geraten ist. Auch die sonntägliche Gottesdienstfeier ist wertvolle Familienzeit.“

„Die unzähligen Anfragen aus aller Welt zeigen uns, dass die Sehnsucht nach diesem Symbol gerade heuer enorm ist. Wir hören immer wieder, wie viele
alte, kranke oder einsame Menschen auf das Licht zu
Weihnachten warten, weil es auch Begegnung und Gemeinschaft schafft. Das ist gerade in Zeiten, die Frieden und Zusammenhalt so dringend brauchen, wichtig.“

„Die Hochzeit zu Kana bewegt mich immer wieder, weil sie Jesus als jemanden präsentiert, der möchte, dass wir ein Leben in Fülle haben. Ebenso bemerkenswert die Rolle seiner Mutter, die sehr aufmerksam für die Nöte der anderen ist.“

„Als Kind liebte ich die Gute-Nacht-Geschichten aus der Kinderbibel. Besonders hängen blieb ich am Ende, wo es
hieß, dass Jesus wiederkommen wird, weil ich immer den genauen Zeitpunkt wissen wollte.“

Fotos: Günther Madlberger privat, Land Oberösterreich

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