Glaubensanker bei allen Wetterlagen

Ob bei Hitze, Sturm oder Schnee, 30 Jahre lang war Christa Kummer der Inbegriff des TV-Wetterberichts. Nun verrät sie, wie der Glaube sie bei jeder Witterung trägt – und warum ihr Gottvertrauen mit dem Alter wächst.

Christa Kummer

wurde 1964 in Wien geboren. 1983 begann sie ihr Studium in Geografie, Wirtschaftskunde und Katholische Theologie an der Uni Wien. Als sie 1995 die Wettermoderation in der Zeit im Bild beim ORF übernahm, stach sie als erste Frau in einer Männerdomäne heraus. 30 Jahre lang arbeitete sie als bekannteste Meteorologin des Landes und heiratete ihren ORF-Kollegen Franz Hofbauer. Bei ihrem Abschied im September 2025 bezeichnete sie der ORF-Generaldirektor Roland Weißmann als „schillernde ORF-Marke“. Nebenbei hält sie Vorträge, um ein Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen.

„Der Alltag kann oft sehr stressig sein: Termine, Sorgen, Erwartungen. Mitten darin
gibt es einen Anker – meinen Glauben. Er erinnert mich, dass ich nicht allein bin. Gott trägt mich, auch wenn ich selbst manchmal in einer Sackgasse stecke.“

„Ich komme aus einem sehr gläubigen Elternhaus, meine Mutter war katholisch, mein Vater evangelisch. In der Pubertät kam dann wie üblich die große Glaubensrebellion. Wahrscheinlich ist in dieser Zeit der Entschluss in mir gewachsen, es anders – vielleicht sogar besser machen zu wollen. Aber Scheitern gehört ja bekanntlich zum Wachstum dazu …“

„Ich habe nie wirklich mit Gott gehadert, denn ich glaube ganz fest daran, dass der
Weg, den du gehst – egal wie eigenartig er sich in der Situation anfühlt – am Ende
doch zum Ziel führt. Dieses Gottvertrauen wird mit zunehmendem Alter einfacher!“

„Die Schöpfung geht uns alle an, vom Agnostiker bis zum Gläubigen, egal welcher Religion. Die Welt, die uns als Lebensgeschenk geborgt wurde, hat es verdient, wertgeschätzt zu werden. Wir müssen Verantwortung für unsere Lebenszeit und unser Handeln übernehmen. Das vergessen wir leider zu oft.“

„Ich setze mich für den Klimaschutz ein, weil ich den Glauben an die Menschen nicht verlieren möchte, auch wenn Enttäuschungen kommen. Jeder trägt Licht in sich und die Fähigkeit, die Welt ein klein wenig besser zu machen. Wir müssen nur damit beginnen. Es lohnt sich, weiterzugehen, egal wie dunkel das Tal ist. Denn im Stillstand haben wir aufgegeben.“

„Bei Vorträgen steige ich gerne mit dem „Turmbau zu Babel“ ein. Als Symbol menschlichen Größenwahnsinns und auf das wieder auf den Boden der Realität zurückgeworfen werden. Das Ergebnis der babylonischen Sprachverwirrung kennen wir. Auch heute merken wir immer öfter, dass wir einander nicht mehr verstehen. Vielleicht sollten wir wieder damit beginnen, hinzuhören, statt unsere Ohren zu verschließen.“

Fotos: APA-Images

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