Der Sprung in ein anderes Leben

Samuel Koch gehört zu den Menschen, die sich nicht vergrämt in ihrem eigenen Schicksal vergraben. Der frühere Kunstturner erzählt der allewelt, wie er durch einen Salto mortale und anschließender Querschnittslähmung zu einer vertieften Gottesbeziehung gefunden hat. Er überrascht mit Lebensfreude und einer großen Portion Motivation.

Samuel Koch

Samuel Koch ist 1987 in Rheinland-Pfalz geboren. Mit sechs Jahren begann er mit dem Kunstturnen und bestritt viele Wettkämpfe. In Hannover studierte er Schauspiel. 2010 hatte er einen tragischen Unfall in Thomas Gottschalks TV-Show „Wetten dass …?“. Trotz eines vierfachen Genickbruchs zeigt er ungebrochenen Lebenswillen und ist heute gefragter Autor und Redner. Sein 2019 gegründeter Verein „Samuel Koch und Freunde“ steht Menschen bei, die anderen Menschen helfen und sich dabei verausgaben. Koch ist mit der Schauspielerin Sarah Elena Timpe verheiratet. Im Dezember 2025 ist ihr erster Sohn geboren.

„Schien die Beziehung zu Gott früher ein bisschen wie das Sahnehäubchen auf der Torte meines sonnigen Lebens, so ist sie heute eher die Teigmasse und damit überlebenswichtig für mich geworden.“

„Selbst wenn du denkst: ‚Es ist alles so unsicher, ich muss jetzt auf mich
schauen‘ – dann erst recht anderen helfen, auch wenn‘s unlogisch scheint.“

„Ich muss an erster Stelle mich selbst lieben, sonst kann ich den Nächsten nicht lieben. Mit dem Selbstliebe-Prozess ist man Zeit seines Lebens nie ganz fertig. Wenn tatsächlich alle Menschen aufhören würden, sich um sich selbst zu drehen, und stattdessen nur noch darauf achten, dass es den anderen gut geht, hätten wir den Himmel auf Erden.“

„Glücklichsein ist nicht die höchste Prämisse meines Lebens. Für mich wäre das zu klein gedacht. Mir macht es Freude zu überlegen, wie ich andere Menschen glücklich machen kann. Das Leben ist ein Wechselspiel. Gebe ich Liebe, bekomme ich auch welche zurück.“

„Wenn man anderen etwas nachträgt, ist man selbst derjenige, der das Gewicht schleppt. Vergebung ist eine Entscheidung und ein Prozess. Man vergibt nicht einmal und für immer, sondern immer neu und immer anders. Vergebung bleibt ein ständig wiederkehrendes Ringen.“

„Manchmal ist das Leben wie Achterbahnfahren: Wenn es runtergeht, geht es auch wieder hoch und umgekehrt. Ich bin davon überzeugt, dass man immer Hoffnung haben kann. Bei all dem Auf und Ab im Leben hilft mir die Verbindung zu dem, der alles überwaltet.“

„Eine Beziehung gedeiht, wenn man sie pflegt. Im Zwiegespräch mit Jesus begreife ich seine Aufforderung, all unsere Sorgen auf ihn zu werfen. Es geht nicht nur darum, zu bitten und zu betteln. Wie bei jedem Gespräch höre ich auch zeitweise einfach nur zu. Meist sind dann meine Anliegen und Probleme zwar nicht gelöst, aber sie fühlen sich leichter an.“

Fotos: Sergej Falk, Allendorf und Maurer, Jonas Rastermann, Nancy Ebert, Jürgen Tap, Frederick Sams

Pin It on Pinterest